Margot Scheufele-Osenberg: Die Atemschule – Rezension

© manolofranco – pixabay.com

Das Buch „Die Atemschule“ von Margot Scheufele-Osenberg stand viele Jahre ungelesen in meinem Schrank. Jetzt habe ich mir das Buch einmal vorgenommen…

Ganzheitlicher Ansatz

Das Buch beginnt mit einer Philosophie, die bei mir offene Türen einrennt: „[Es gibt] keine Brust-, keine Bauch-, keine Flanken- oder Rückenatmung. Es atmet der ganze Rumpf, also der ganze Mensch.“

Das sehe ich ganz genau so. Schliesslich ist Atmung ein natürlicher Vorgang, der durch erworbene Konzepte, übermäßige Anspannungen usw. im Laufe unseres Lebens immer mehr blockiert wird. Daher sehe ich die Aufgabe beim Thema Atmung auch darin, die natürliche Atmung wieder zuzulassen – anstatt der blockierten Atmung noch eine zusätzliche Atemtechnik überzustülpen.

Sehr gut gefällt mir das Motto: die natürliche Atmung geschehen lassen: „Die willentlich bewusste Atmung ignoriert jedoch keineswegs die vegetative Steuerrung, vergewaltigt nicht den individuellen Atemrhythmus und ist keine Atmung ‚auf Kommando.'“

Widersprüchliches

Gespannt lese ich also weiter, wo postuliert wird, „dass sich die Atemführung an der Bewegung des Zwerchfells orientieren muss.“ Darauf aufbauend wird weiter ausgeführt, dass der Brustkorb sich beim Einatmen absenken und beim Ausatmen anheben müsse. Nur so sei maximales Atemvolumen und eine ausgewogene Ventilation der gesamten Lunge möglich. Ich denke mir: wenn das Zwerchfell sich beim Einatmen absenkt und der Brustkorb sich hebt, dann spannt das den „Raum“ auf. Wenn sich hingegen beide absenken, wird das Volumen gerade nicht maximal vergrößert.

Da Geschriebenes aber nie so gelesen wird, wie es geschrieben wurde, möchte ich jetzt praktische Erfahrungen damit sammeln. Dann werde ich vieles anders/besser verstehen. (Mehr dazu unten.)

Spannende Anatomie

Es folgen ausführliche Darstellungen der relevanten Anatomie, aus denen ich einige neue Erkenntnisse mitnehmen konnte. Gut gefallen haben mir die Beschreibungen bestimmter Zusammenhänge, z.B. wie freie Beweglichkeit der Wirbelsäule direkt mit der Qualität der Atmung zusammenhängt.

In meiner Wahrnehmung wird dem Thema Beckenboden sehr viel Raum gewidmet, der als Antagonist des Zwerchfells vorgestellt wird. Dieses Konzept war mir nicht neu, jedoch habe ich ihm nie Aufmerksamkeit gewidmet, was ich jetzt ändern werde.

Großer Praxisteil!

Hier scheint mir die eigentliche Stärke des Buches zu liegen. Etwa ein Drittel der Übungen kannte ich aus diversen anderen Richtungen bereits und ich denke, dass die mir neuen Übungen auch neue Einsichten für mich bereithalten. Weil das unter Anleitung besser klappt, als aus einem Buch habe ich eine in der Methode ausgebildete Trompeterkollegin kontaktiert. Nach einem ausgebuchten webinar im Mai 2018 steuert sie eine VideoPräsentation zu meinem Atemkurs bei. Schau mal hier:

0 Kommentare zu “Margot Scheufele-Osenberg: Die Atemschule – Rezension

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.