Gerhard Mantel: Einfach üben – Rezension

185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten

© Pexels –pixabay.com
Das Thema des Buches umschreibt Mantel so: „Was kann ich mit meiner Übearbeit in jedem Einzelfall konkret verbessern? – Dass der Erfolg eines Instrumentalisten von der Qualität seines Übens abhängt und auch und nicht zuletzt vom konkreten Wissen, wie man effizient übt, dürfte kaum jemand bestreiten wollen – nicht einmal der, der immer ‚üben muss‘, statt sich die Zeit zu nehmen, etwas Neues über das Üben zu erfahren.“

Gut zu Üben ist eine Fertigkeit, die nicht gottgegeben ist, die somit erworben werden will. Hierfür bietet dieses Buch eine große Bandbreite an Themen und eine wertvolle Fundgrube von 185 Rezepten an. Es geht dabei nicht um „den einen Trick“ oder eine geniale Abkürzung, sondern darum, das Üben auf ein solides, bodenständiges Fundament zu stellen. Einige Beispiele:

Rezept 17 – Meine Bewegungsvorstellung muss der optimalen Bewegung entsprechen. Wenn diese in meiner Vorstellung fehlt, muss sie durch genaue Beschreibung und vielfache Wiederholung verankert werden.

Dieses Rezept ist eingebettet in das Thema, wie präzises Wissen, etwa über Musiktheorie, das Instrument, das Werk oder eben hier, die eigenen Musizierbewegungen das Üben effektiver machen. Dabei geht Mantel sehr systematisch vor und gibt viele Praxisbeispiele. Als Cellist sind diese bisweilen etwas streicherlastig, regen aber zum Nachdenken und Experimentieren an.

Rezept 134 – Rhythmische Unterteilungen bei langsamen Pulsschlägen sollten zur Gewohnheit werden.

Wir alle kennen das Problem, das bei langsamen Tempo es schwerer fällt, das Tempo zu halten. Sich hier anzugewöhnen neben dem Spüren des Pulses noch zusätzlich z.B. Achtel im Kopf „ticken“ zu haben verspricht hier eine Lösung zu sein. Auch kann man durch bewusst große Körperbewegungen den langsamen Puls stabilisieren.

Rezept 165 – Ein Musiker hat nicht die Wahl, eine Rolle zu verkörpern oder nicht. Er kan nur entscheiden welche er verkörpern will. Deshalb: Die Rolle des Schauspielers akzeptieren.

Gut gefällt mir die ganzheitliche Sichtweise, denn diese Rezepte gehen weit über Anleitungen, wie man sich den richtigen Fingersatz denn nun einprägt, hinaus. Im Abschnitt Interpretation geht es u.a. bei diesem Rezept um die Kommunikation mit dem Publikum. Hierbei empfiehlt Mantel schon beim Üben seine Rolle zu üben, was er beim Hörer auslösen will, vom Mitschwingen über Gefühle wie Hoffnung, Erfüllung, Überraschung und so weiter.

Fazit: sehr empfehlenswertes, lehrreiches Buch – wer aber schnelle Lösungen sucht, wird aber enttäuscht sein.

Amazon-Partnerlink (ich erhalte eine Provision)
Gerhard Mantel – Einfach üben. 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten

Das könnte dich auch interessieren:

0 Kommentare zu “Gerhard Mantel: Einfach üben – Rezension

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?