Das Geschicklichkeits-Spiel

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Musizieren ist vor allen Dingen ein GeschicklichkeitsSpiel. Damit meine ich, dass man seine Kräfte zweckmäßig verwenden kann. Also keine Kraft aufwendet, an Stellen, an denen man sie nicht braucht und da wo man sie braucht, in angemessener Art und Weise. Jedes Instrument hat da so seine Eigenheiten und um diese Dinge kümmert sich die Spieltechnik. Jetzt gibt es aber noch einen übergeordneten Faktor, der für alle gleich ist.

Es geht um die Frage, wie man als ganzer Mensch koordiniert ist. Wenn ich beispielsweise den ganzen Tag im Büro verbracht habe, mehr oder weniger verspannt und gestresst auf meinem Stuhl sitzend, so wird dieser allgemeine, angespannte Zustand meine Möglichkeiten beim Musizieren am Abend einschränken. Denn wer ich im Moment des Musizierens BIN, ist der Rahmen der alles weitere definiert.

Wenn ich also bspw. gestresst und angespannt Trompete spielen will, wird das mit eingeschränkter Atmung einhergehen, was den Klang beeinflusst, die Höhe schwieriger macht uvm. Dabei ist es auch egal, ob ich eine gute Spieltechnik erarbeitet habe, normalerweise locker und frei atme. Egal wie gut meine Technik sonst ist, sie kann sich eben nur in den Grenzen dessen, wie ich gerade drauf bin, entfalten. Daher ist es immer wichtig, zuerst(!) den allgemeinen Zustand zu betrachten und sich in einen möglichst guten Zustand zu bringen.

Das ist erlernbar!

Nicht in der Weise, dass man eine Schritt für Schritt Anleitung befolgen würde, sondern indem man einen ganzheitlichen Prozess befolgt, der im Moment immer wieder neu entsteht. Jeder Tag ist anders, jeder Moment ist anders, wie könnte es da einen allgemeingültigen Plan geben? Es ist keine Instant-Lösung, sondern es braucht bewusstes Denken in Bezug auf das Musizieren. Eine konstruktive Art zu Denken bezüglich der Situation und der eigenen Rolle, der Koordination des Körpers usw.

Wir sind GANZ. Wir sind nicht Körper hier, Geist dort. Konstruktives Denken findet seine Entsprechung im Körper, genauso wie unsinnige Konzepte und Gedanken.

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